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  • Klaus Heinzel

Die Geschichte der Bienen

Aktualisiert: 17. Okt. 2021

Buchbesprechung

Vor 14 Tagen beschenkte mich ein Förderer unserer Stiftung concordia

NATURA (www.concordianatura.com) mit dem Roman „Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde. Von der ersten bis zur Seite 508 fesselte mich das Buch. Gut, dass so viele Feiertage in diese Zeit fielen, die Raum für Lesezeiten gaben.

Mich fasziniert die Erzählung von drei – scheinbar - ganz unterschiedlichen Geschichten, die noch dazu in ganz verschiedenen Zeiten auf drei verschiedenen Kontinenten spielen.

William, Biologe und Saatguthändler in England lebt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In seiner Passion als Forscher, mit dem Schwerpunkt der Erforschung von Insekten, sieht er sich gescheitert. Sein Saatgutgeschäft, alles andere als seine Passion, liegt gleichfalls am Boden.


Doch dann kommt ihm die Idee eine neue, bienengerechte Beute zu entwickeln. Die Geschichte von William beschreibt die Höhen und Tiefen dieses Schaffens und die Nachhaltigkeit, die sich erst lange nach seiner Erfindung ganz entscheidend auf die Geschichte der Menschheit auswirkt.

George erlebt der Leser im Jahr 2007, in der Erfüllung seiner Passion, als Imker in den USA. Er legt großen Wert auf die artgerechte Haltung der Bienen und ist einer der ersten Imker, die auf die ökologische Bewirtschaftung des Bienenhofes umstellten. Sein Ziel ist es den Hof in dritter Generation auf seinen Sohn zu übertragen, was sich nicht einfach gestaltet. Doch dann geschieht das Unfassbare: Die Bienen sind plötzlich weg. Das Thema hat auch schnell einen Namen: CCD – Colony Collapse Disorder – und verbreitet sich weltweit. Hier beschreibt das Buch ein Phänomen unter dem auch aktuell die Bienen und damit viele Imker auf der ganzen Welt leiden. Die Bienen liegen nicht tot in der Beute und haben keine sichtbaren Schäden; aber plötzlich, von einem Tag auf den anderen, ist das komplette Volk verschwunden. Bis heute ist es wissenschaftlich nicht präzise erforscht durch was CCD ausgelöst wird. Der massive Einsatz von Pestiziden, Glyphosat, gebeizten Saaten, die Monokulturwüsten und die immer dichter werdende Urbanisierung werden als Ursache angenommen.

Die dritte, der alle ineinander verwobenen Geschichten, erzählt von Tao und spielt im Jahre 2098 in China. CCD hat längst die Bienen von unserer Welt verbannt und katastrophale Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftskreislauf und die Menschheit ausgelöst. Von dem Collapse, der die Welt in den 30er Jahren des einundzwanzigsten erschütterte erholt sie sich nicht mehr. Tao ist eine von Millionen Arbeiterinnen, die Obstbäume nun künstlich, von Menschenhand, bestäuben. An einem der wenigen freien Tage bricht für sie die Welt zusammen. Ihr kleiner Sohn Wei-Wen kollabiert bei einem Ausflug plötzlich und gerät in eine akut lebensbedrohende Situation. Was hat diese Geschichte mit den Bienen zu tun? Der Leser wird es im Laufe der Erzählung erfahren. Genauso wird er die enge Verwobenheit aller drei Geschichten erlesen.

„Die Geschichte der Bienen“ ist isoliert betrachtet ein Buch das betroffen, das traurig macht. Gerade dadurch ist es aber ein ganz konkreter Appell an uns alle uns für die Bienengesundheit, den Natur- und Landschaftsschutz aktiv einzusetzen. Die Stiftung concordiaNATURA leistet dafür einen Beitrag. Noch schreiben wir nicht das Jahr 2037. Noch tritt CCD nicht flächendeckend auf. „Die Geschichte der Bienen“ macht in diesem Sinn auch Hoffnung, Hoffnung auf eine „bessere Welt“. Immer mehr Menschen werden wach und erkennen, dass „ein weiter so“ nicht die Lösung, sondern die Ursache unserer Probleme ist. Lassen Sie uns gemeinsam an dem Ziel arbeiten die Bienengesundheit und damit die Gesundheit und die Lebensgrundlage der Menschheit zu erhalten.

Viel Inspiration beim Lesen wünscht Euch/Ihnen,

Klaus Heinzel

„Die Geschichte der Bienen“

Maja Lunde

Verlagsgruppe Random House FSC

btb-Verlag

ISBN 978-3-442-75684-1


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