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  • AutorenbildKlaus Heinzel

Positive Botschaften aus dem neuen "Bienenjahr"


Liebe Bienenfreunde und Freunde der Stiftung,


alle reden vom Wetter. Wir auch. Bereits im Januar berichteten wir über relativ milde Temperaturen und nur wenige Tage mit Frost. Auch der Nachtfrost lag in den vergangenen Wochen in der Regel nur zwischen minus 1 bis minus 5 Grad. Ausnahme bildeten 4 Nächte mit Temperaturen von bis zu minus 8 Grad. Die Temperatur der Tage in den ersten beiden Februarwochen lag dabei meist über 10 Grad. Teilweise, wie in den vergangenen Tagen wurden auch Werte von 15 bis 18 Grad erreicht. Diese Witterung ist die Ursache für einen inzwischen intensiven und regelmäßigen Bienenflug.


Das hat uns ermutigt bereits in der vergangenen Woche eine Durchsicht der Testvölker durchzuführen. Zunächst eine gute Botschaft: alle 10 Testvölker sind gut durch die Wintermonate gekommen und haben überlebt. Wir empfinden das als sehr positiv und als eine Bestätigung unseres Weges.


Das zeigt sich besonders deutlich im Vergleich zu in der gleichen Region platzierten, konventionell bewirtschafteten Bienenvölkern. Die Ausfallquote liegt hier bei ca. 25 %, was von den hiesigen Imkern jedoch schon als sehr positiv empfunden wird und deutlich geringer ist als in vergangenen Jahren. Vermutlich ist das dem milden Winter zuzuschreiben.


Ganz offensichtlich trägt der komplette Verzicht auf „Honigerträge“ zu einer höheren Widerstandsfähigkeit der Völker bei. Als genauso wichtig erachten wir den Verzicht auf die sogenannte Schwarmkontrolle. Bei allen Völkern beobachteten wir, wie berichtet, ein Ausschwärmen und im Entwicklungs-zyklus danach, eine prozentual deutlich geringere Belastung mit der Varroamilbe. Während die Belastung vor dem Ausschwärmen bei ca. 2 % lag, reduzierte sich die Belastung nach dem Ausschwärmen auf deutlich unter 1 %. Also mehr als eine Halbierung der Belastung. Im weiteren Entwicklungszyklus stieg die Milbenbelastung dann kontinuierlich wieder an und erreichte im November Werte von ca. 8 %.


Die gemessene Belastung bei konventionell geführten Völkern lag dagegen bereits im August bei 8 % und erreichte im November Werte von über 30 %. Also ein signifikanter Unterschied, der einen erheblichen Einfluss auf die Überlebensquote der Völker, auf die Bienengesundheit hat.


Aktuell haben wir bei der Sichtung im Februar 2023 eine Belastung von ca. 0,3 % gemessen. Das ist im Vergleich zu konventionell geführten Völkern, bei denen wir eine Belastung von ca. 0,5 % feststellten kein hervorzuhebendes Ergebnis. Entscheidend ist der Verlauf in den Monaten März bis Juni. Durch das Ausschwärmen, der damit in Verbindung stehenden Brutpause und der folgenden stark angeregten Bruttätigkeit in den Monaten Juli und August wird der Abstand in dem Vergleich, zu Gunsten der artgerechter geführten Völker, deutlich größer werden.


Wir weisen hier nochmals daraufhin, dass keine Maßnahmen zur Bekämpfung der Milbe durchgeführt wurden.


Zu bemerken ist auch bereits jetzt eine sehr starke Intensivierung der Bruttätigkeit. Die Bienen bringen von ihren Ausflügen insbesondere Pollen von den vielen Haselnussblüten in unserem Umfeld ein.


Als Randnotiz sei auch noch angemerkt, dass in Gemeinschaftsarbeit in unserer Werkstatt inzwischen ein Schwarmkasten (Bild folgt) gebaut wurde. Vielleicht gelingt es uns im Mai Juni den einen oder anderen Schwarm einzufangen.


Unsere Unzufriedenheit mit den benutzten Kisten – Beuten wurde durch die jetzt durchgeführte Sichtung unterstrichen. Wir hatten zwar relativ warme, aber auch sehr regenreiche Monate. Die Magazine weisen in den Randberei-chen Schimmelbildung aus. Wir werden an alternativen Bienenbehausungen weiter arbeiten und sind gespannt auf den Einsatz der ersten Einraumbeute.


Wir werden außerdem einem Hinweis folgen, der auf das Risiko einer Verstärkung von hochfrequenter Strahlung (Mobilfunk), durch den Einsatz von verdrahteten Rahmen aufmerksam macht. Erste Messungen werden wir mit geeigneten elektronische Messgeräten in den kommenden Wochen durchführen, dokumentieren und berichten.


Wir blicken voller Optimismus auf das laufende Bienenjahr und die Fortschritte in unserem Forschungsprojekt..


Herzliche Grüße und

be(e) good

Ihr/Euer

Klaus Heinzel



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