Endspurt zum Ende des Bienenjahres


Noch ist am Flugloch reger Betrieb. Aber bei genauer Beobachtung ist festzustellen, dass er merklich nachlässt. Es geht auf das Ende des Bienenjahres zu und auch wir bereiten uns am Forschungsstützpunkt in Ungarn darauf vor.
Die vergangenen Wochen haben wir für gründliche Duchsichten genutzt. Dabei ging es um folgende Schwerpunkte:
Kontrolle der Varroa-Milbendichte
- dafür nutzten wir die Gemüll-Diagnose. Die Kontrolle ergab bei 8 der
insgesamt 10 Testvölker keinen nennenswerten Befall. Wir werten das als Erfolg, da gerade jetzt zu dieser Jahreszeit der Milbendruck am stärksten ausgeprägt ist. Bei zwei Völkern, mit stärkerem Befall, führten eine Träufelbehandlung mit Oxalsäure durch.
> Wir empfehlen eine weitere Kontrolle und daraus abgeleitete Maßnahmen in der ersten Septemberwoche.
Kontrolle der Honig- und Pollenbestände
- Da die zu erwartenden Einträge sich in den kommenden Wochen deutlich reduzieren werden sollten zu diesem Zeitpunkt mindestens 90% der Winter-Futtervorräte vorhanden sein. Das ist auch abhängig vom Standort und dem entsprechenden Nektar- und Pollenangebot. Im Flugradius unseres Standortes stehen beispielsweise im Moment noch die Sonnenblumenfelder in Blüte. Wir gehen von ungefähr folgenden Richtwerten für die Futtermengen zum Saisonende (bei uns Ende September) aus:
eher schwache Völker 10 - 14 Kilogramm
normal entwickelte Völker 15 - 20 Kilogramm
stark entwickelte Völker 20 - 24 Kilogramm
Falls Honig entnommen wird, sollte die Ernte spätestens jetzt abgeschlossen sein und als Ersatz für den entnommenen Honig geeignetes Futter angeboten werden.
> Wir empfehlen den Bienen mindestens 50% ihres eigenen Honigs zu belassen. Besser ist es den Honig ganz im Stock zu belassen und eventuellen Überschuss erst im kommenden Frühjahr, bei Trachtbeginn, zu entnehmen.
Anpassung der Beutengröße
- Die Beutengröße sollte jetzt dem zu erwartenden deutlich geringeren Bienenstand angepasst werden. Das erleichtert den Bienen das überwintern erheblich, da ansonsten nicht benötigte Räume "beheizt" werden müssen.
> Wir empfehlen bei Zandermagazinen das überwintern auf 2 Magazinen. Nur für sehr stark entwickelte Völker auch 3 Magazine. Der häufig gehörten Empfehlung schwache Völker auf einem Magazin zu überwintern folgen wir nicht, da hier häufig der Nahrungsvorrat im Februar und März nicht mehr ausreicht. Das sind zumindest unsere Erfahrungen. Bei Einraumbeuten ist mit Trennschieds zu arbeiten.
Grundsätzlich ist darauf zu achten bei den Verkleinerungen die Brutwaben in der geschlossenen Einheit zu belassen. Waben mit Honig und Pollen sind an den Seiten oder über der Brutwabe zu platzieren.
Schutzmaßnahmen gegen "Räuberei"
- Diese Maßnahmen sind jetzt, bei stark nachlassender Tracht besonders wichtig um räuberische Bienenvölker oder auch Wespen keine Chance zu geben die Bienenvölker tatsächlich zu berauben.
> Wir empfehlen bereits jetzt die Fluglöcher deutlich zu verkleinern.
Wir sind guter Dinge, dass wir mit diesen Arbeiten, die letztlich bereits Weichenstellungen für das kommende Bienenjahr sind, unsere Bienen beste Chancen geben den Winter gesund zu überleben.
Freude bei der Arbeit und viel Erfolg wünscht Ihnen,
Ihr/Euer
Klaus Heinzel




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