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  • AutorenbildKlaus Heinzel

Klotzbeuten-Workshop

Aktualisiert: 26. Nov. 2023


Bei der heutigen Haltung der "domestizierten" Honigbienen wird häufig vergessen wo die ursprüngliche Heimat dieser Tiere war. Es ist der Wald. Dort suchten sich die Bienen viele Jahrtausende lang ihre Höhlen in morschen Bäumen oder in Bäumen, in denen bereits andere Tiere eine Höhle gebaut hatten. In unseren durch die Holzwirtschaft betreuten Wäldern/Plantagen besteht diese Möglichkeit kaum noch. Sogenanntes totes Holz wird ausgeforstet um schnell Platz für Neuanpflanzungen zu schaffen.


Im Rahmen unserer Forschungen für eine Optimierung der Bienengesundheit haben wir in den vergangenen Jahren schädliche Defizite an den üblicherweise eingesetzten Magazinbeuten festgestellt. Es kommt häufig, insbesondere bei feuchten Wetterlagen zu Schimmelbildung, was der Bienengesundheit abträglich ist. Verantwortlich dafür ist die schlechte Isolierung, die Magazinbeuten mit in der Regel nur 25mm Wandstärke bieten. Das führt auch zu einem erhöhten Energiebedarf der Bienen im Winter um den Stock auf einer Temperatur von über 30 ° Celsius zu halten. Bei starker Sonnenbestrahlung kann es im Hochsommer sogar zur Wachsschmelze kommen, wodurch das Bienenvolk vernichtet wird.



Art- und wesensgerechter sind sogenannte Klotzbeuten, die einer Baumhöhle nachgebildet sind. Allerdings belasten diese Art von handwerklich gefertigten Beuten das Budget des Imkers ganz erheblich. Gemeinsam mit Freunden der Stiftung aus der Region haben wir deshalb in der vergangenen Woche einen Workshop durchgeführt und selbst den Bau einer Klotzbeute aus einem Stück Baumstamm durchgeführt. Ziel war es eine gesunde und kostengünstige Behausung für die Bienen zu schaffen, die über eine optimale Isolation verfügt.



Ein hiesiger Brennholzlieferant ist von dieser Idee angetan und lieferte uns kostenfrei ein entsprechendes Stammstück einer Akazie mit einem Durchmesser von gut 40 cm. Das dichte, harte Akazienholz ist für den Bau einer Klotzbeute hervorragend geeignet. Das trifft auch auf andere Harthölzer wie Rotbuche oder Eiche zu-Ziel war es im ersten Arbeitsschritt den Stamm aus zu höhlen und zur Isolation einen etwa 5 cm starken Rand stehen zu lassen. Die Höhle muss so berechnet werden, dass den Bienen später ein Raumvolumen von ca. 40 Litern oder mehr zur Verfügung steht. Unter diesen Voraussetzungen wählten wir eine Bauhöhe von ca. 60 cm. Gearbeitet wurde mit Kettensägen, Hammer, Stechbeiteln und Meißeln.



3 Mitwirkende waren ca. 4 Stunden mit dieser Arbeit, die gut zu bewältigen war, beschäftigt. Nach dem Aushöhlen des Stammstücks wurde der Stamm innen ausgebrannt um Verschmutzungen durch das Kettenöl der Sägen zu beseitigen. Als nächster Schritt wird nun die Baumhöhle mit einem massiven Dach und einem Boden mit Untergestell versehen. Wir werden weiter berichten. Zum Schluss sei noch bemerkt, dass die Arbeit nicht nur sinnvoll ist sondern den Anwesenden auch eine Menge Freude gemacht hat. Im kommenden Frühling soll ein neues Bienenvolk in die Höhle, die wir direkt auf dem Forschungsstützpunkt der Stiftung platzieren, einziehen.


Zur Nachahmung empfohlen. Herzliche Grüße und be(e) good,


Klaus Heinzel

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